Fernwanderung auf dem E9 entlang der Ostseeküste – Von Stralsund nach Swinemünde

Fernwanderung auf dem E9 entlang der Ostseeküste – Von Stralsund nach Swinemünde

133 Kilometer zu Fuß – von Stralsund nach Swinemünde bis an die polnische Grenze. In diesem Artikel berichte ich dir von meiner 5-tägigen Fernwanderung auf dem europäischen Fernwanderweg E9 entlang der Ostseeküste. Alle Etappen, Tipps für Campingplätze und Übernachtungen, sowie meine Erfahrungen und Eindrücke habe ich hier zusammengefasst.

Auf dem E9 in Stahlbrode
Blick nach Rügen vom Hafen in Stahlbrode

Dienstag, 25. Juli 2023: Der Rucksack ist gepackt und ich bin bereit!

Denn morgen geht es für mich Richtung Nordosten, an die Ostsee. Und zwar auf den Ostseeküsten-Wanderweg.

Der Ostseeküsten-Wanderweg stellt einen Teil des E9 Fernwanderwegs dar. Er beginnt in Lübeck und erstreckt sich über 400 Kilometer entlang der Ostseeküste bis nach Ahlbeck, zur Deutsch-polnischen Grenze.

Meine 5-tägige Fernwanderung auf dem Ostseeküsten-Wanderweg startet im schönen Stralsund und endet 133 Kilometer später im polnischen Grenzort Swinemünde (polnisch Świnoujście).

Nachfolgend berichte ich dir von meiner Wanderung und den einzelnen Etappen, sowie meinen Erfahrungen und Tipps für Übernachtungen, Campingplätze und Co.

Wie verläuft der E9 Fernwanderweg?

Der E9 Fernwanderweg, auch als Europäischer Fernwanderweg E9 oder Europa Fernwanderweg 9 bezeichnet, verläuft deutlich weiter als der Ostseeküstenwanderweg – und zwar von Portugal nach Estland bis hin zur russischen Grenze.

Der Europa Fernwanderweg E9 erstreckt sich über beeindruckende 5000 km und folgt dabei stets der Nordküste Europas. Seine Anfänge liegen im malerischen Kap St. Vincent in Portugal und führen einen durch eine abwechslungsreiche Reise entlang der Küsten von Spanien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Polen, Kaliningrad, Litauen, Lettland und Estland.

Der vielseitige Wanderweg bietet Wanderern einzigartig schöne Küstenlandschaften und viele verschiedene kulturelle Erfahrungen quer durch Europa.

133 km von Stralsund nach Polen auf dem E9

Da 5000 km natürlich nicht ohne sind, wird der E9 von den meisten Wanderern in Teilen begangen. Eines dieser Teilstücke habe ich mir vorgenommen und zwar von Stralsund (Deutschland) nach Swinemünde (Polen)!

Wer auf dem E9 von Stralsund nach Swinemünde wandern möchte, muss ca. 133 Kilometer zurücklegen.

Der Fernwanderweg verläuft auf diesem Abschnitt meist entlang der Küste. Streckenweise verlaufen auch einige Abschnitte im Landesinneren, durch Dörfer und kleinere Städte. So entsteht ein toller Mix aus Natur und Kultur, den man während der Wanderung besichtigen kann. Von malerischen Küstenabschnitten entlang der Ostsee über dichte Wälder und idyllische Seen bis hin zu spektakulären Klippen und beeindruckenden Dünenlandschaften, gibt es einiges zu entdecken.

Wer Lust auf Ostseeluft, schöne Landschaften & Strände und ein bisschen Kleinstadtfeeling mit Hafen-Vibes hat, für den ist der Ostseeküsten-Wanderweg genau das Richtige.

Strand bei Stahlbrode
Malerische Strandbucht bei Stahlbrode

Der Abschnitt von Stralsund bis Swinemünde ist zu Fuß in 5 Tagen zu schaffen und bietet einen guten Mix aus einsamen Wanderwegen und touristischen Highlights, wie beispielsweise die Hafenstädte Stralsund und Stahlbrode, Wolgast an der Peene und die Insel Usedom.

Ich habe meine Wanderung wortwörtlich mit Sack und Pack angetreten, d.h. inklusive Zelt und Campingausrüstung. Daher habe ich immer auf Campingplätzen geschlafen oder in der freien Natur.

Hinweis: Wer mehr Zeit hat und die Wanderung entspannter angehen möchte, kann die Tagesetappen natürlich kürzen und die Route auf mehr Tage, z.B. 7 statt 5, aufteilen. Wer außerdem nicht Campen möchte, sondern stattdessen in Hotels übernachtet, kann auf einen Großteil des schweren Gepäcks verzichten und kommt eventuell sogar schneller voran.

Die Etappen: In 5 Tagen von Stralsund nach Swinemünde wandern

Tag 1 – Etappe 1: Stralsund nach Stahlbrode (25 km)

Der erste Tag startete bereits sehr früh, denn um 05:53 Uhr fuhr mein Zug von München ab. Nach einer reibungslosen Anreise mit Ankunft um 13:55 Uhr in Stralsund, begann mein Abenteuer auf dem E9 Fernwanderweg.

Von der historischen Altstadt Stralsunds aus ging es direkt entlang der Küste und ich konnte einen ersten Blick auf die Ostsee erhaschen. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, mit einem angenehmen Mix aus Sonne und Wolken. Im weiteren Verlauf der Etappe wanderte ich auf einem kurzen Straßenabschnitt und schließlich wieder entlang der Küste.

Mein erster Übernachtungsstopp war der Campingplatz Stahlbrode, der direkt am Wasser gelegen ist. Die Betreiberin des Campingplatz Stahlbrode war super entspannt, die Sanitäranlagen sehr sauber und der Campingplatz insgesamt total angenehm, ruhig und nicht überfüllt.

Nach dem langen Tag ließ ich es mir aber natürlich trotzdem nicht nehmen an den Strand zu gehen und für ein kurzes Bad in die Ostsee zu springen. Zugegeben – springen ist hier wohl etwas übertrieben, da das Wasser dort wirklich sehr flach ist und ich ziemlich weit reinlaufen musste, um überhaupt bis zum Bauch im Wasser zu stehen. 😀

Tag 2 – Etappe 2: Stahlbrode nach Greifswald (28 km)

Die zweite Etappe führte mich von Stahlbrode in Richtung Greifswald. Vor allem anfangs war der Weg wirklich wunderschön und führte mich direkt an der Küste durch traumhafte Natur und naturbelassene Strände.

Nach etwa 4 Kilometern machte der Weg eine Biegung und leitete mich weg von der Küste ins Landesinnere. Hier passierte ich kleine Dörfer, Felder und duftende Blumenwiesen.

Nachdem ich am späten Nachmittag Greifswald erreicht hatte, entschied ich mich für einen Abstecher zum Greifswalder Ortsteil Wiek, welcher direkt am Meer liegt. Nicht weit von dort ließ ich den Abend an einem schönen einsamen Strand ausklingen, an dem ich dann auch die Nacht verbrachte.

Tag 3 – Etappe 3: Greifswald nach Wolgast (30 km)

Die dritte Etappe führte mich durch den Greifswalder Ortsteil Eldena. Hier konnte ich die beeindruckenden Klosterruinen des Klosters Eldena bestaunen, welche aus dem 12. Jahrhundert stammen.

In einem Norma, der quasi fast auf der Strecke lag, füllte ich noch schnell meine Lebensmittelvorräte auf. Anschließend ging es ein Stück entlang des Greifswalder Boddens durch idyllische Naturschutzgebiete und im weiteren Verlauf der Wanderung ins Landesinnere.

Die Landschaft wurde zunehmend ländlicher und ich genoss die Ruhe und Stille der Umgebung. Weiter ging es durch einige Dörfer und schließlich ein größeres Waldgebiet.

Angekommen in Wolgast führte mich der E9 entlang dem Küstenfluss Peene, bis zum Etappenziel des Tages: Der Campingplatz in Wolgast, das Peenecamp Wolgast

Das Peenecamp Wolgast ist direkt am Peenestrom gelegen und relativ klein. Trotzdem war es überhaupt nicht überfüllt und es gab ausreichend Platz. Die Atmosphäre dort war super gemütlich und entspannt, die Besitzerin sehr nett und es gab einige Dauercamper die auch total lieb und interessiert waren. Auch die Sanitäranlagen waren sehr sauber und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.

Tag 4 – Etappe 4: Wolgast nach Zempin (21 km)

Die vierte Etappe leitete mich zu Beginn durch die historische Stadtmitte von Wolgast. Hier überquerte ich anschließend die große Klappbrücke, welche über den Peenestrom führt und die Insel Usedom mit dem Festland verbindet.

Weiter ging es entlang der Peene Richtung Karlshagen. Hier wurde ich leider von einem Gewitter erwischt und mein Regenausrüstung durfte sich unter Beweis stellen.

In Karlshagen angekommen war es nur noch ein kurzer Fußmarsch bis zur Küste. Hier bot sich ein toller Ausblick auf die Ostsee und den weitläufigen Sandstrand. Der weitere Teil der Strecke führte mich entlang der Meeresküste durch Kiefernwälder und den Ort Zinnowitz. Nach ein paar weiteren Regenschauern erreichte ich schließlich Zempin, mein Etappenziel für diesen Tag. Zempin ist ein malerisches Seebad mit einem der längsten Seebrücken der Insel Usedom.

Der Campingplatz in Zempin Camping „Am Dünengelände“ macht seinem Namen alle Ehre und liegt direkt an einem wunderschönen kilometerlangen Strand. Aufgrund der direkten Lage zum Strand und der Ferienzeit war der Campingplatz leider jedoch nicht gerade leer und aufgrund seiner doch beachtlichen Größe waren dort ziemlich viele Urlauber unterwegs. Da die Insel Usedom ein beliebtes Urlaubsziel ist, muss man um diese Jahreszeit aber natürlich überall mit vielen Touristen rechnen.

Tag 5 – Etappe 5: Zempin nach Swinemünde (29 km)

Die letzte Etappe meiner Wanderung führte mich von Zempin nach Swinemünde (Świnoujście), dem Grenzort in Polen. Der Wanderweg verlief wieder entlang der Küste durch die schönen Kiefernwälder. Am Strand in Ahlbeck machte ich schließlich noch eine längere Pause und genoss nach der langen Wanderung ein wohlverdientes Bad im Meer.

Nach der Badepause ging es weiter und kurz darauf erreichte ich schließlich die polnische Grenze. Die letzten Kilometer auf dem E9 durch Swinemünde verliefen wie im Flug und erschöpft aber glücklich erreichte ich den Campingplatz in Świnoujście und somit das Ende meiner Reise.

Der Campingplatz Camping Nr. 44 Relax ist direkt im Stadtzentrum von Swinemünde gelegen und daher eher laut und weniger idyllisch. Die Mitarbeiter an der Rezeption waren aber freundlich und hilfsbereit und die Sanitäranlagen recht ordentlich (das Duschen ist hier im Preis inbegriffen). Bezahlen kann man nur mit der polnischen Währung, daher sollte man vorher in einer der zahlreichen Wechselstuben Geld wechseln.

Am Strand von Swinemünde genoss ich noch ein paar letzte Stunden, bevor ich nach einer warmen Dusche am Campingplatz müde ins Zelt fiel und von dort ins Land der Träume.

Tag 6 – Rückfahrt nach München

Am nächsten Tag ging es mit dem Zug um 8:00 Uhr vom Hbf Swinemünde zurück nach München.

Hinweis: Da Swinemünde die Endstation der Deutschen Bahn Strecke mit der Usedomer Bäderbahn ist, kann man von hier mit dem Deutschlandticket reisen und muss keine zusätzliche Fahrkarte in Polen kaufen.

Fazit

Meine 5-tägige Wanderung auf dem E9 Fernwanderweg von Stralsund nach Swinemünde war ein anstrengendes, aber auch sehr spannendes und wunderschönes Erlebnis. Die vielfältige Landschaft, die charmanten Städte und die abenteuerliche Atmosphäre der Campingplätze machten die Tour zu einer wahren Entdeckungsreise entlang der Ostseeküste. Ich kehre mit vielen unvergesslichen Erinnerungen zurück und dem Wunsch, sehr bald wieder auf eine Fernwanderung zu gehen.

Ich hoffe mein Bericht hat dich dazu inspiriert auch einen Teil – oder vielleicht sogar den ganzen Ostseeküsten-Wanderweg zu gehen.

Ganz viel Spaß dabei wünsche ich dir!

Deine Caro

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